From kommunikation-hwz
Analyse einer konkreten Nachricht (E-Mail, Chat, Slack, WhatsApp, SMS, Social-Media-Post, Sprachnachricht-Transkript) auf den vier Ebenen des Schulz-von-Thun-Modells — Sachinhalt, Selbstkundgabe, Beziehungshinweis, Appell — und Entwicklung einer angemessenen Reaktion. Use whenever the user eine Nachricht zeigt und fragt "wie ist das gemeint?", "was steckt da dahinter?", "wie soll ich darauf reagieren?", "ist das ein Angriff oder verstehe ich was falsch?". Auch wenn der User die Nachricht ohne explizite Frage paste — annimm, er will sie verstehen und beantworten. Stichwörter: 4-Ohren, Vier-Ohren, Schulz von Thun, Nachrichten-Quadrat, Sachebene, Beziehungsebene, "wie hat der das gemeint", "Subtext", "zwischen den Zeilen". Funktioniert für Geschäftsmails (Chef, Kollegen, Kunden, Lieferanten) genauso wie für private Chats (Partner, Familie, Freunde, Online-Bekanntschaften) oder Social-Media-Kommentare.
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Dieser Skill operationalisiert das **Vier-Seiten-Modell einer Nachricht** (Schulz von Thun 1992) zur Analyse einer konkreten, vorliegenden Botschaft. Er kombiniert es mit dem Watzlawick-Axiom (Sach- + Beziehungsebene) und dem Schmid-Modell (bewusste + unbewusste Ebene), die du im HWZ-Skript Kommunikation (Hoffmann) ebenfalls hattest. Ergebnis: Du verstehst, was die Nachricht *senden* könnte, wa...
Dieser Skill operationalisiert das Vier-Seiten-Modell einer Nachricht (Schulz von Thun 1992) zur Analyse einer konkreten, vorliegenden Botschaft. Er kombiniert es mit dem Watzlawick-Axiom (Sach- + Beziehungsebene) und dem Schmid-Modell (bewusste + unbewusste Ebene), die du im HWZ-Skript Kommunikation (Hoffmann) ebenfalls hattest. Ergebnis: Du verstehst, was die Nachricht senden könnte, was beim Empfänger hängenbleibt, und kannst eine gezielte Reaktion formulieren.
Jede Nachricht hat vier gleichzeitige Botschaften:
Der Sender sendet auf vier Schnäbeln, der Empfänger hört auf vier Ohren. Häufiger Fehler: Sender sendet eine Selbstkundgabe, Empfänger hört eine Beziehungsbotschaft.
Beispiel aus dem Skript:
Ergänzend nützlich:
Bitte um:
Wenn keine vorgängige Konversation: frag, ob CC / BCC dabei war, ob die Nachricht öffentlich ist, ob andere mitlesen.
Geh die Nachricht durch und destilliere für jede Ebene eine bis drei Hypothesen:
Was sind die expliziten Fakten, Vorschläge, Fragen? Was wäre ein Verb-Satz, der das beschreibt? Manchmal ist die Sachebene unklar — dann ist das schon ein Befund.
Indizien: Adverbien (eigentlich, eher, vielleicht), Modalverben (sollte, müsste, könnte), Häufungen (sehr sehr), Wiederholungen, Übergenauigkeit, Übergeschwindigkeit, übermässige Höflichkeit, übermässige Kürze.
"Wir stehen so zueinander, dass ich das so schreiben kann."
Manchmal mehrere Appelle gleichzeitig — manche explizit, manche versteckt.
Mach dem User klar: Das sind Hypothesen. Du als Leser interpretierst — du weisst nicht, was im Kopf des Senders ist. Bei wichtigen Beziehungen ist die einzige Methode, das wirklich rauszufinden, Nachfragen: "Wie hast du das gemeint, als du XY geschrieben hast?"
references/4-ohren-checkliste.md hat eine kompakte Frageliste pro Ohr.
Häufige Muster (siehe references/typische-missverstaendnisse.md):
Benenne, welcher Hotspot hier vermutlich vorliegt.
Aus der Analyse ergeben sich typischerweise 2–4 Reaktionsoptionen mit unterschiedlichen Trade-offs:
Bei jedem Schritt: Trade-off transparent machen.
Wenn der User eine konkrete Antwort braucht, formuliere einen Vorschlag, der:
Wenn die Lage NVC-tauglich ist, verweise auf gewaltfreie-kommunikation für die strukturierte Formulierung.
Wenn die Nachricht mit CC an Dritte ging (z.B. Chef → Coach mit CC an Mitarbeiter), ist die Beziehungs- und Appellebene fast immer wichtiger als die Sachebene. Frage: Was sagt der CC implizit den Mitlesenden? (Zeugen schaffen, Druck aufbauen, sich absichern.)
Wenn der User eine Sprachnachricht transkribiert: bitte um den Inhalt und die Tonfall-Beschreibung (laut, schnell, leise, ruhig, gereizt, gelacht…). Tonfall ist Selbstkundgabe und Beziehungshinweis pur.
Bei öffentlichen Posts kommt eine fünfte Dimension dazu: die Performance vor Publikum. Der Adressat ist nicht (nur) der Empfänger im Text, sondern die mitlesenden Dritten. Frage: Wer soll das mitkriegen?
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