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Schwellenwert- und Verfahrensprüfung im deutschen Vergaberecht – geschätzter Auftragswert nach § 3 VgV (Vollwertprinzip, Loseregelung § 3 Abs. 7 VgV), Abgleich mit aktuellen EU-Schwellenwerten (VO (EU) – regelmäßig prüfen), Auftraggebereigenschaft § 99 GWB und Empfehlung der Verfahrensart. Use when ein Auftraggeber vor Bekanntmachung klären muss, ob Oberschwellen- (GWB Teil 4 / VgV / SektVO / KonzVgV / VSVgV) oder Unterschwellenbereich (UVgO / VOB/A) gilt.
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Vor jeder Beschaffung muss der Auftraggeber prüfen, **welches Vergaberegime gilt**. Dies hängt von drei Variablen ab: Auftraggebereigenschaft (§ 99 GWB), Auftragsgegenstand (Liefer-, Dienst-, Bauleistung, Konzession) und geschätztem Auftragswert (§ 3 VgV) im Verhältnis zum jeweils geltenden EU-Schwellenwert. Dieser Skill führt die Prüfung strukturiert durch und empfiehlt die Verfahrensart.
Vor jeder Beschaffung muss der Auftraggeber prüfen, welches Vergaberegime gilt. Dies hängt von drei Variablen ab: Auftraggebereigenschaft (§ 99 GWB), Auftragsgegenstand (Liefer-, Dienst-, Bauleistung, Konzession) und geschätztem Auftragswert (§ 3 VgV) im Verhältnis zum jeweils geltenden EU-Schwellenwert. Dieser Skill führt die Prüfung strukturiert durch und empfiehlt die Verfahrensart.
Researcher liefert die einschlägigen Normen (GWB, VgV / SektVO / KonzVgV / VSVgV, UVgO, VOB/A), die aktuelle Schwellenwert-VO und die Rspr. zum Auftraggeberbegriff sowie zur Loseregelung. Drafter führt die dreistufige Prüfung (Auftraggeber → Auftragswert → Verfahrensart) im Gutachtenstil durch. Reviewer prüft, ob die Schwellenwerte korrekt zugeordnet, der Auftragswert nicht künstlich in Lose aufgeteilt (§ 3 Abs. 7 S. 1 VgV) und die Verfahrensart vertretbar empfohlen wurde.
Dreigliedrige Prüfung:
| Variante | Norm | Inhalt |
|---|---|---|
| Öffentlicher Auftraggeber | § 99 Nr. 1–3 GWB | Gebietskörperschaften, Sondervermögen, juristische Personen des öffentlichen oder privaten Rechts mit Aufgaben im Allgemeininteresse, nichtgewerblich, überwiegend öffentlich finanziert/aufsichtsmäßig kontrolliert |
| Sektorenauftraggeber | § 100 GWB i. V. m. SektVO | Tätigkeit in Anlage I SektVO (Wasser, Energie, Verkehr, Postdienste) |
| Subjektiv-funktionaler Auftraggeber | § 99 Nr. 4 GWB | Private mit überwiegender öffentlicher Bauförderung / Subventionierung |
Maßstab EuGH zur "Funktion im Allgemeininteresse, nichtgewerblicher Art": EuGH, Urt. v. 10.11.1998 – Rs. C-360/96, BFI Holding (https://curia.europa.eu/juris/liste.jsf?language=en&num=C-360/96); EuGH, Urt. v. 22.05.2003 – Rs. C-18/01, Korhonen (https://curia.europa.eu/juris/liste.jsf?language=en&num=C-18/01).
Grundsatz Vollwertprinzip (§ 3 Abs. 1 VgV): Gesamter Auftragswert über die volle Laufzeit, netto, inklusive Optionen und Verlängerungen.
| Konstellation | Norm | Berechnung |
|---|---|---|
| Befristete Verträge ≤ 48 Monate | § 3 Abs. 11 Nr. 1 VgV | Wert der gesamten Laufzeit |
| Unbefristete oder > 48 Monate | § 3 Abs. 11 Nr. 2 VgV | 48-fache Monatsrate |
| Lieferleistungen Leasing | § 3 Abs. 10 VgV | Gesamter Schätzwert |
| Rahmenvereinbarung | § 3 Abs. 12 VgV | Geschätzter Gesamtwert aller Abrufe |
| Lose | § 3 Abs. 7 VgV | Gesamtwert aller Lose; kein künstliches Splitting |
| Bagatellklausel Lose | § 3 Abs. 9 VgV | 20 %-Quote / 80 %-Wert: kleine Lose < 80.000 EUR (Liefer/Dienst) bzw. < 1 Mio. EUR (Bau) dürfen unterschwellig vergeben werden, soweit ≤ 20 % des Gesamtwerts |
Verbot der Aufteilung in Umgehungsabsicht § 3 Abs. 7 S. 1 VgV. Maßstab Funktionalitätsprüfung (gleicher Beschaffungsgegenstand, sachlich-zeitlicher Zusammenhang): vgl. BGH, Beschl. v. 18.06.2012 – X ZB 9/11, NZBau 2012, 715 [unverifiziert – prüfen].
Schwellenwerte werden alle zwei Jahre durch delegierte VO der Kommission angepasst (Stand 2024/2025: VO (EU) 2023/2497) [unverifiziert – aktuelle Folge-VO prüfen].
Indikative Schwellenwerte 2024/2025 (netto, prüfen):
| Auftragstyp | Schwelle |
|---|---|
| Bauaufträge (klassisch, Sektoren, Konzessionen) | 5.538.000 EUR [unverifiziert] |
| Liefer-/Dienstleistungen oberste Bundesbehörden | 143.000 EUR [unverifiziert] |
| Liefer-/Dienstleistungen sonstige öffentliche AG | 221.000 EUR [unverifiziert] |
| Liefer-/Dienstleistungen Sektorenauftraggeber | 443.000 EUR [unverifiziert] |
| Soziale und besondere Dienstleistungen Anh. XIV RL 2014/24/EU | 750.000 EUR [unverifiziert] |
| Konzessionen | 5.538.000 EUR [unverifiziert] |
Pflicht: aktuellen Stand bei Anwendung der Skill prüfen.
Anwendbares Regelwerk:
Verfahrensarten § 14 VgV:
| Verfahren | Norm | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Offenes Verfahren | § 15 VgV | jederzeit |
| Nicht offenes Verfahren mit Teilnahmewettbewerb | § 16 VgV | jederzeit |
| Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb | § 17 VgV | Tatbestände § 14 Abs. 3 VgV |
| Wettbewerblicher Dialog | § 18 VgV | Tatbestände § 14 Abs. 3 VgV |
| Innovationspartnerschaft | § 19 VgV | innovative Leistung am Markt nicht verfügbar |
| Verhandlungsvergabe ohne Teilnahmewettbewerb | § 14 Abs. 4 VgV | enge Ausnahmen (z. B. Dringlichkeit, ausschließliche Rechte) |
Vergabevermerk § 8 VgV / § 6 UVgO mit Begründung der Verfahrenswahl, Wertschätzung und Losentscheidung (§ 97 Abs. 4 GWB).
Verbindlich: ../../references/zitierweise.md.
[unverifiziert – Folge-VO prüfen][unverifiziert – prüfen in Beck-Online/juris/eur-lex])[unverifiziert]SCHWELLENWERT- UND VERFAHRENSPRÜFUNG
Mandat: <…>
Auftraggeber: <…>
Vergabegegenstand: <…>
Stand: <Datum>
I. Sachverhalt
- Auftraggeber: <…>
- Beschaffungsgegenstand: <…>
- Geschätzter Wert (netto, gesamte Laufzeit inkl. Optionen): <EUR>
- Laufzeit: <Monate>
- Lose: <…>
II. Auftraggebereigenschaft (§ 99 GWB)
Subsumtion: <…>
Ergebnis: <öffentlicher AG / Sektor / subjektiv-funktional / keiner>
III. Auftragswertschätzung (§ 3 VgV)
Berechnung: <…>
Lose-Test § 3 Abs. 7 VgV: <Splitting? Bagatellquote § 3 Abs. 9?>
Ergebnis: geschätzter Gesamtwert <EUR netto>
IV. Anwendbare Schwelle
Bezug: VO (EU) <…> [unverifiziert – aktuelle VO prüfen]
Einschlägige Schwelle: <EUR>
Ergebnis: Ober-/Unterschwellenbereich
V. Empfohlene Verfahrensart
Begründung: <§ 14 VgV / UVgO / VOB/A>
Verfahren: <offen / nicht offen / Verhandlungsverfahren / …>
VI. Risiken / offene Punkte
🟢/🟡/🔴
- <Lossplitting-Risiko>
- <Auftraggeberbegriff strittig>
- <Schwellenwert-Stand>
VII. Quellenverzeichnis
<gem. references/zitierweise.md>
Sachverhalt: Stadtverwaltung (öffentlicher AG § 99 Nr. 1 GWB) plant Lizenz + Wartung Fachsoftware, 4 Jahre Laufzeit, jährlich 70.000 EUR netto.
Auftragswertschätzung: § 3 Abs. 11 Nr. 1 VgV — 4 × 70.000 = 280.000 EUR netto.
Schwelle: 221.000 EUR (sonstige öffentliche AG, Dienstleistung, Stand 2024/2025)
[unverifiziert]. Auftragswert > Schwelle → Oberschwellenbereich, VgV anwendbar.Verfahrensart: Regelverfahren offenes Verfahren § 15 VgV. Verhandlungsverfahren § 17 VgV nur bei Tatbestand § 14 Abs. 3 VgV (z. B. konzeptionelle Dienstleistung mit Vorab-Unklarheit). Empfehlung: offenes Verfahren, sofern Leistungsbeschreibung eindeutig spezifizierbar.
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