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Klageschrift-Gerüst für eine Patentverletzung nach §§ 9, 10, 14, 139–142a PatG inkl. Düsseldorfer Praxis – Schutzbereichsbestimmung mit Merkmalsgliederung und Äquivalenzlehre, Anspruchskatalog mit dreifacher Schadensberechnung, Wahl zwischen LG-Patentstreitkammer und UPC. Use when ein Patentinhaber eine Verletzung verfolgen will oder ein Beklagter Klageerwiderung vorbereiten muss.
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Der Skill strukturiert die Patentverletzungsklage nach dem Düsseldorfer Modell: Schutzrechtsbestand → Merkmalsgliederung des Hauptanspruchs → Verletzungstatbestand (Wortlaut / Äquivalenz) → Anspruchskatalog § 139 ff. PatG. Er adressiert zugleich die strategische Forumswahl (LG mit Patentstreitkammer vs. Einheitliches Patentgericht UPC bei EP-Bündelpatenten ohne Opt-out) und die Verjährung § 141...
Der Skill strukturiert die Patentverletzungsklage nach dem Düsseldorfer Modell: Schutzrechtsbestand → Merkmalsgliederung des Hauptanspruchs → Verletzungstatbestand (Wortlaut / Äquivalenz) → Anspruchskatalog § 139 ff. PatG. Er adressiert zugleich die strategische Forumswahl (LG mit Patentstreitkammer vs. Einheitliches Patentgericht UPC bei EP-Bündelpatenten ohne Opt-out) und die Verjährung § 141 PatG.
Researcher liefert PatG- und EPÜ-Statute, BGH-X-ZS-Rspr. (insbesondere zu Schutzbereich und Äquivalenz), OLG-Düsseldorf-Serie sowie Kommentarstellen aus Benkard, Kühnen, Mes. Drafter erstellt das Klageschrift-Gerüst inkl. Merkmalsgliederung, Verletzungsbegründung und Anspruchskatalog mit dreifacher Schadensberechnung. Reviewer prüft Verjährung § 141 PatG, Forumwahl, UPC-Opt-out-Status und Sachkundigenvertretung § 143 PatG.
Der Hauptanspruch wird in Merkmale (M1, M2, M3 …) zerlegt. Jedes Merkmal wird einer Stelle der angegriffenen Ausführungsform gegenübergestellt. Dies ist die zentrale prozessuale Arbeitstechnik und Grundlage der Subsumtion.
Patentansprüche bestimmen den Schutzbereich; Beschreibung und Zeichnungen sind Auslegungshilfen, nicht eigenständige Schutzbereichserweiterung (Art. 69 EPÜ + Auslegungsprotokoll).
Auslegungsmethodik (BGH-Linie):
Alle Merkmale des Hauptanspruchs werden — ggf. unter Auslegung — vom angegriffenen Erzeugnis / Verfahren wortsinngemäß verwirklicht. Verletzungshandlungen § 9 S. 2 PatG: Herstellen, Anbieten, Inverkehrbringen, Gebrauchen, Einführen, Besitzen (Erzeugnispatent); Anwenden bzw. Anbieten zur Anwendung (Verfahrenspatent).
Wenn ein Merkmal nicht wortsinngemäß, sondern durch ein abgewandeltes Mittel verwirklicht ist, prüft die BGH-Trias („Schneidmesser I", X ZR 168/00; „Schneidmesser II", X ZR 135/01; „Schneidmesser III" [unverifiziert – prüfen]):
Zusätzlich: keine Patentbeschränkung wegen Auswahlentscheidung während der Erteilung (Verzicht durch Anmelder; vgl. BGH „Okklusionsvorrichtung", X ZR 16/09).
Lieferung von Mitteln, die sich auf ein wesentliches Element der Erfindung beziehen, an nicht zur Benutzung berechtigte Personen, wenn der Lieferant weiß / es offensichtlich ist, dass diese Mittel zur Benutzung der Erfindung im Inland geeignet und bestimmt sind.
| Anspruch | Norm | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Unterlassung | § 139 I PatG | Verletzung; kein Verschulden erforderlich |
| Beseitigung | § 139 I PatG | wie Unterlassung |
| Schadensersatz | § 139 II PatG | Verschulden (Vorsatz / Fahrlässigkeit; idR fahrlässig durch Marktbeobachtungspflicht) |
| Bereicherungsausgleich (Restschadensersatz) | §§ 812 ff. BGB iVm § 141 PatG | nach Verjährung des SE-Anspruchs noch 10 Jahre möglich |
| Auskunft | § 140b PatG | Verletzung; Drittinformation |
| Vernichtung | § 140a I PatG | Erzeugnisse im Besitz / Eigentum des Verletzers |
| Rückruf | § 140a III PatG | aus Vertriebskanälen |
| Besichtigung | § 140c PatG | hinreichende Wahrscheinlichkeit; Düsseldorfer Besichtigungsverfahren |
| Urteilsveröffentlichung | § 140e PatG | im Verkehrskreis |
Wahlrecht des Verletzten:
Wahl spätestens bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung; Kombination grundsätzlich unzulässig (BGH [unverifiziert]), Stufenklage § 254 ZPO mit Auskunft § 140b PatG ist üblich.
Konzentrationsverordnungen weisen Patentstreitsachen einigen LG zu (insbesondere LG Düsseldorf, LG Mannheim, LG München I, LG Hamburg, LG Braunschweig). Berufung: jeweiliges OLG (z. B. OLG Düsseldorf). Doppelvertretung (Rechtsanwalt + Patentanwalt) gem. § 143 III PatG zulässig und üblich.
Seit 01.06.2023 zuständig für:
Strategische Überlegung Kläger: UPC bietet Verfahren mit Wirkung in allen UPC-Mitgliedstaaten in einem Forum, beschleunigte Verfahrensdauer (12–14 Monate Erstinstanz). Risiko: bei Nichtigkeitsangriff zentral verlierbar. Bei Bündelpatenten ohne Opt-out Forum-Wahl des Patentinhabers (UPC oder nationales Gericht).
FRAND-Einrede (EuGH „Huawei/ZTE", C-170/13): SEP-Inhaber muss bestimmten Verhandlungsweg einhalten, sonst kartellrechtliche Einrede gegen Unterlassungsanspruch. Querverweis Plugin kartellrecht.
Verbindlich: ../../../references/zitierweise.md.
[unverifiziert – prüfen in juris/epo.org] — Gleichwertigkeit am Patentanspruch orientiert[unverifiziert – prüfen in juris/epo.org]KLAGESCHRIFT (Entwurf) — Patentverletzung
LG <…>, Patentstreitkammer / UPC <Lokalkammer/Zentralkammer>
Klägerin: <…>
Beklagte: <…>
Aktenzeichen Patent: <DE / EP / EP(UE)-Nr.>
A. Klageanträge
1. Unterlassung (§ 139 I PatG)
2. Auskunft (§ 140b PatG)
3. Schadensersatz dem Grunde nach (§ 139 II PatG) — Wahl der
Berechnungsmethode nach Auskunft
4. Vernichtung (§ 140a I PatG)
5. Rückruf (§ 140a III PatG)
6. ggf. Urteilsveröffentlichung (§ 140e PatG)
B. Tatbestand
I. Parteien
II. Klagepatent (Rechtsstand, Veröffentlichung, Erteilung,
Einspruchsstatus, ggf. Nichtigkeitsverfahren)
III. Angegriffene Ausführungsform (technische Beschreibung)
IV. Verletzungshandlungen (erste Kenntnis, Zeitraum)
C. Rechtliche Würdigung
I. Schutzrechtsbestand
II. Schutzbereich § 14 PatG
Merkmalsgliederung Hauptanspruch
M1 …
M2 …
M3 …
III. Verletzungstatbestand
1. Wortlautverletzung § 9 PatG
Subsumtion M1 — M2 — M3 — …
2. Hilfsweise: äquivalente Verletzung
(Gleichwirkung — Auffindbarkeit — Gleichwertigkeit)
3. Ggf. mittelbare Verletzung § 10 PatG
IV. Anspruchskatalog § 139 ff. PatG
– Unterlassung (verschuldensunabhängig)
– Schadensersatz § 139 II
• dreifache Berechnung (entgangener Gewinn /
Verletzergewinn / Lizenzanalogie)
• Wahl nach Auskunft
– Auskunft § 140b
– Vernichtung / Rückruf § 140a
V. Verjährung § 141 PatG — drei-Jahres-Frist (gewahrt) /
Höchstfrist / Restschadensersatzanspruch
VI. Forumwahl
– LG <…> Patentstreitkammer (§§ 143–145 PatG)
– ggf. UPC: Opt-out-Status geprüft
VII. Bei SEPs: FRAND-Compliance
D. Beweismittel
– Patentschrift, Registerauszug
– angegriffene Ausführungsform (Produktfotos, Datenblätter)
– Zeugen, Sachverständigengutachten
E. Risiken / offene Punkte
🟢 / 🟡 / 🔴 mit Begründung
– Nichtigkeitsangriff erwartbar?
– Aussetzungsantrag § 148 ZPO?
– Streitwertfestsetzung
F. Quellenverzeichnis
Szenario: Klägerin hält ein erteiltes EP-Bündelpatent ohne UPC-Opt-out, validiert in DE. Beklagte vertreibt seit 14 Monaten ein wortlautidentisches Konkurrenzprodukt. Frage: Klage am LG Düsseldorf oder UPC?
Kurzantwort (🟡): Wortlautverletzung erscheint unproblematisch nachweisbar. Forumwahl strategisch: UPC bietet pan-europäischen Unterlassungstitel in einem Verfahren, aber zentrales Nichtigkeits-Risiko; LG Düsseldorf liefert nur DE-Schutz, aber bewährte Verletzungsdoktrin und Trennung Verletzung / Nichtigkeit (Aussetzungspraxis § 148 ZPO). Verjährung § 141 PatG ist für 14 Monate gewahrt; Auskunft § 140b PatG über Stufenklage § 254 ZPO, Wahl der Schadensberechnung erst nach Auskunft. Bevor Klageerhebung: Opt-out-Status im UPC-Register prüfen.
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