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Prüfung der ärztlichen Aufklärungspflicht und der daraus folgenden zivilrechtlichen Arzthaftung – Selbstbestimmungsaufklärung § 630e BGB, Aufklärungsumfang, Form/Adressat, Bedenkzeit, Beweislast § 630h II BGB, hypothetische Einwilligung. Use when ein Patient einen Aufklärungsmangel rügt oder eine Behandlerseite (Arzt, Klinik, Haftpflichtversicherer) Aufklärung und Einwilligung verteidigen muss.
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Der Skill prüft, ob eine Aufklärung den Anforderungen des § 630e BGB genügt und welche zivilrechtlichen Folgen ein Aufklärungsmangel auslöst. Ohne wirksame Einwilligung ist der ärztliche Heileingriff nach BGH-Linie rechtswidrige Körperverletzung iSv §§ 823 I BGB, 223 StGB – auch bei lege artis durchgeführter Behandlung. Der Skill prüft zudem die Beweislastsonderregel § 630h II BGB und die enge ...
Der Skill prüft, ob eine Aufklärung den Anforderungen des § 630e BGB genügt und welche zivilrechtlichen Folgen ein Aufklärungsmangel auslöst. Ohne wirksame Einwilligung ist der ärztliche Heileingriff nach BGH-Linie rechtswidrige Körperverletzung iSv §§ 823 I BGB, 223 StGB – auch bei lege artis durchgeführter Behandlung. Der Skill prüft zudem die Beweislastsonderregel § 630h II BGB und die enge Verteidigungslinie der hypothetischen Einwilligung.
Researcher liefert §§ 630a–630h BGB, § 823 BGB, §§ 223 ff. StGB, BGH-VI.-Zivilsenat-Rspr. (Bedenkzeit, Adressat, hypothetische Einwilligung, grober Behandlungsfehler) sowie Kommentarstellen aus Laufs/Katzenmeier/Lipp, Spickhoff, MüKoBGB. Drafter prüft Aufklärung und Einwilligung in Gutachtenstil, arbeitet § 630h II BGB Schritt für Schritt ab und ordnet die hypothetische Einwilligung ein. Reviewer prüft 30-Jahre-Höchstfrist § 199 II BGB, alle fünf Absätze § 630h BGB und § 203 StGB-Berührungspunkte.
§ 630a BGB begründet den Behandlungsvertrag. Pflicht zur Behandlung nach den zum Zeitpunkt der Behandlung bestehenden, allgemein anerkannten fachlichen Standards (Abs. 2). Nebenpflichten: Information (§ 630c BGB), Aufklärung (§ 630e BGB), Einwilligung (§ 630d BGB), Dokumentation (§ 630f BGB), Akteneinsicht (§ 630g BGB).
| Art | Funktion | Rechtsfolge der Verletzung |
|---|---|---|
| Selbstbestimmungsaufklärung (§ 630e BGB) | Patient soll informiert über Eingriff entscheiden | Einwilligung unwirksam → rechtswidriger Heileingriff → § 823 I BGB, § 223 StGB |
| Sicherungs- / therapeutische Aufklärung (§ 630c II BGB) | Patient soll sich verhaltensgemäß therapietreu verhalten (Medikamenteneinnahme, Nachsorge) | Behandlungsfehler (haftungsbegründend, nicht Einwilligungsmangel) |
Die Abgrenzung ist klausur- und praxisentscheidend – Aufklärungsmangel wirkt sich anders auf Beweislast und Tatbestand aus als Behandlungsfehler.
Der Patient ist aufzuklären über:
Faustregel: Je weniger dringlich der Eingriff (kosmetische Operation, Vorsorgeuntersuchung), desto strenger die Aufklärung. Je dringlicher (vital indizierte Notfall-OP), desto enger die Anforderungen, in Notlagen ggf. mutmaßliche Einwilligung § 630d Abs. 1 S. 4 BGB.
Die Aufklärung muss so rechtzeitig erfolgen, dass der Patient seine Entscheidung wohlüberlegt treffen kann (§ 630e Abs. 2 Nr. 2 BGB). Bei ambulanten Eingriffen ist eine Aufklärung am Tag des Eingriffs noch akzeptabel; bei stationären, elektiven Eingriffen idR am Vortag, jedenfalls vor der prämedikativen Sedierung – BGH-Linie zur Bedenkzeit, vgl. BGH, Urt. v. 28.01.2014 – VI ZR 143/13 (https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=28.01.2014&Aktenzeichen=VI+ZR+143/13).
§ 630h Abs. 2 BGB: „Der Behandelnde hat zu beweisen, dass er eine Einwilligung gemäß § 630d eingeholt und entsprechend den Anforderungen des § 630e aufgeklärt hat." → Behandlerseite trägt die volle Beweislast für ordnungsgemäße Aufklärung und Einwilligung. Aufklärungsbogen allein genügt nicht, er ist nur Indiz. Praktisch entscheidend: Dokumentation des Aufklärungsgesprächs nach § 630f BGB.
Verteidigungslinie der Behandlerseite: Bei nachgewiesenem Aufklärungsmangel kann sich die Behandlerseite darauf berufen, dass der Patient bei ordnungsgemäßer Aufklärung gleichwohl eingewilligt hätte (§ 630h Abs. 2 S. 2 BGB). Voraussetzungen restriktiv (BGH):
In der Praxis selten erfolgreich – Drafter sollte hypothetische Einwilligung nicht als Hauptverteidigung positionieren.
Ohne wirksame Einwilligung ist der ärztliche Heileingriff – auch bei lege artis Durchführung – rechtswidrige tatbestandsmäßige Körperverletzung iSv § 223 StGB; zivilrechtlich Anspruch aus § 823 I BGB (Körper, Gesundheit), § 823 II iVm § 223 StGB, ggf. Vertrag § 280 I iVm § 630a BGB. Schmerzensgeld nach § 253 II BGB. Bei Klinikbehandlung Haftung des Trägers über § 31 / § 831 BGB sowie vertraglich § 278 BGB.
Verbindlich: ../../../references/zitierweise.md.
GUTACHTEN — Aufklärungspflicht und Arzthaftung
Mandat: <anonymisiert>
Eingriff: <Bezeichnung>, <Datum>
I. Sachverhalt (knapp)
II. Frage(n)
III. Kurzantwort
– Aufklärung wirksam: [ja / nein / teilweise]
– Haftung dem Grunde nach: [ja / nein / Beweisfragen]
IV. Rechtliche Bewertung
1. Behandlungsvertrag § 630a BGB
2. Aufklärungspflicht § 630e BGB
a) Umfang (Art, Risiken, Alternativen)
b) Form, Adressat, Aushändigung § 630e II BGB
c) Rechtzeitigkeit / Bedenkzeit
3. Einwilligung § 630d BGB
4. Beweislast § 630h II BGB
5. Hypothetische Einwilligung § 630h II 2 BGB
6. Anspruchsgrundlagen
a) § 280 I iVm § 630a BGB
b) § 823 I BGB (Körper, Gesundheit)
c) § 823 II iVm § 223 StGB
d) Schmerzensgeld § 253 II BGB
7. Verjährung §§ 195, 199 BGB
– Regelfrist 3 Jahre
– Höchstfrist 30 Jahre § 199 II BGB (Körper / Gesundheit)
V. Risiken / offene Punkte
🟢 / 🟡 / 🔴 <Einstufung mit Begründung>
– Sachverständigenbedarf:
– Offene Tatsachen:
VI. Quellenverzeichnis
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