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Prüfung und Entwurf einer Verdachtsmeldung an die FIU nach § 43 GwG – niedrige Meldeschwelle ('Tatsachen darauf hindeuten'), Form über goAML, § 46 Stillhaltefrist (3 Werktage), § 47 Tippoff-Verbot, § 48 Haftungsfreistellung, Berufsrechts-Sondervorschrift § 43 II GwG für RAe / Notare / StB. Use when ein Verpflichteter eine auffällige Geschäftsbeziehung oder Transaktion bewerten und ggf. melden muss.
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Der Skill prüft die Meldepflicht nach § 43 I GwG („Tatsachen, die darauf hindeuten"), entwirft den Meldetext für das elektronische FIU-Portal **goAML** und stellt die flankierenden Pflichten sicher: **Unverzüglichkeit** (§ 43 I GwG), **Stillhaltefrist** drei Werktage (§ 46 GwG), **Tippoff-Verbot** (§ 47 GwG), **Anonymitäts- und Haftungsschutz** der meldenden Person (§§ 47 II, 48 GwG). Berufsrec...
Der Skill prüft die Meldepflicht nach § 43 I GwG („Tatsachen, die darauf hindeuten"), entwirft den Meldetext für das elektronische FIU-Portal goAML und stellt die flankierenden Pflichten sicher: Unverzüglichkeit (§ 43 I GwG), Stillhaltefrist drei Werktage (§ 46 GwG), Tippoff-Verbot (§ 47 GwG), Anonymitäts- und Haftungsschutz der meldenden Person (§§ 47 II, 48 GwG). Berufsrechtliche Sondervorschriften für Anwälte / Notare / StB (§ 43 II GwG) werden gesondert geprüft.
Researcher liefert § 43 GwG mit § 46 (Stillhaltepflicht) und § 47 (Tippoff-Verbot, Anonymitätsschutz), § 48 (Haftungsfreistellung), Berufsrechts-Sondervorschriften (§ 43e BRAO, § 14a BNotO), FIU-Anwendungshinweise, Rspr. (BVerwG zur Meldeschwelle) und Kommentarstellen. Drafter entwirft den goAML-Meldetext (Sachverhalt → Auffälligkeiten → Risikoindikatoren, ohne rechtliche Subsumtion). Reviewer prüft Pflicht-Blocker § 43 (Unverzüglichkeit), § 46 (3 Werktage), § 47 (Tippoff) und Berufsrechts-Privileg.
Tatbestand: „Tatsachen, die darauf hindeuten, dass …"
Die Schwelle ist niedrig: kein konkreter Tatverdacht iSv § 152 II StPO, sondern objektive Anhaltspunkte. Pflicht entsteht unabhängig vom Wert der Transaktion. Maßgeblich ist die ex-ante-Sicht des Verpflichteten. Auslegung der Schwelle: BVerwG, Urt. v. — Az. [unverifiziert – BVerwG-Rspr. zur Auslegung in juris prüfen]; FIU-AuA.
„Unverzüglich" = ohne schuldhaftes Zögern (§ 121 I BGB-Maßstab analog). Praktisch: binnen weniger Geschäftsstunden bis -tage nach Erkennen der Indikatoren, intern eskaliert über den GW-Beauftragten. Verzögerung ist Ordnungswidrigkeit § 56 GwG; bei Vorsatz und Vortat-Bezug ggf. § 261 StGB / § 258 StGB.
Meldung elektronisch über das FIU-Portal goAML (Generalzolldirektion / FIU, www.zoll.de/fiu). Papierform nur in technischen Ausnahmefällen. Die Meldung enthält:
Eine rechtliche Subsumtion gegenüber der FIU ist nicht zu liefern — Tatsachen genügen.
Nach Meldung darf die gemeldete Transaktion drei Werktage nicht durchgeführt werden (§ 46 I GwG), beginnend mit dem auf die Meldung folgenden Werktag. Innerhalb dieser Frist können Staatsanwaltschaft / Zoll-FIU vorläufige Maßnahmen anordnen. Ausnahmen (§ 46 II GwG):
Weder dem Kunden / Vertragspartner / wirtschaftlich Berechtigten noch sonstigen Dritten darf offengelegt werden, dass eine Meldung erfolgt ist oder erwogen wird. Ausnahmen eng:
[unverifiziert – konkrete Norm prüfen]Verstoß: Ordnungswidrigkeit § 56 GwG, ggf. Strafbarkeit § 258 StGB (Strafvereitelung).
Die Identität der meldenden natürlichen Person wird geschützt (§ 47 II GwG); Weitergabe nur unter engen Voraussetzungen. Die Meldung führt nicht zur zivilrechtlichen, strafrechtlichen oder disziplinarrechtlichen Verantwortung des Meldenden, sofern nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig unwahr gemeldet (§ 48 GwG).
Für Rechtsanwälte, Patentanwälte, Notare, Steuerberater, vereidigte Buchprüfer gilt die Meldepflicht nicht, soweit sich der Sachverhalt auf Informationen bezieht, die sie im Rahmen der Tätigkeit der Rechtsberatung oder Prozessvertretung erhalten haben. Ausnahme: Der Berufsträger weiß, dass der Mandant die Rechtsberatung bewusst für GW / TF in Anspruch nimmt — dann Meldepflicht. Maßgeblich ergänzend: § 43e BRAO, § 14a BNotO, § 50 BORA.
Die Abgrenzung ist berufsrechtlich heikel: Falschmeldung kann § 43a BRAO / § 203 StGB verletzen. Bei Zweifelsfällen: Konsultation der Rechtsanwaltskammer / Notarkammer und sorgfältige Dokumentation der Entscheidungsgrundlage.
§ 261 StGB seit Reform 2021 als „all crimes approach" — jede rechtswidrige Tat kommt als Vortat in Betracht (§ 261 I 1 StGB). Tathandlungen: Verbergen, Verschleiern, Verschaffen, Verwahren, Verwenden. Strafbarkeit auch bei Leichtfertigkeit (§ 261 VI StGB). Eine unterlassene Verdachtsmeldung kann je nach Sachlage § 261 StGB-Beihilfe / § 258 StGB darstellen [unverifiziert – BGH-Rspr. in juris prüfen].
Unterlassene oder verspätete Meldung: Ordnungswidrigkeit § 56 I Nr. 64 GwG [unverifiziert – Nr. prüfen]. Rahmen bis 1 Mio. EUR / 10 % Jahresumsatz (§ 56 III GwG).
Verbindlich: ../../../references/zitierweise.md.
[unverifiziert – Anwendungsbeginn 2027][unverifiziert – konkrete URL prüfen][unverifiziert – Auflage prüfen][unverifiziert][unverifiziert – prüfen in juris])[unverifiziert][unverifiziert][unverifiziert]Internes Memo (vor goAML-Meldung):
INTERNES MEMO — Verdachtsmeldung § 43 GwG
Verpflichteter: <Firma>, § 2 I Nr. <…> GwG
Vorgang: <Beschreibung>
Datum / Uhrzeit Eskalation an GW-Beauftragten: <…>
Datum / Uhrzeit geplante Meldung: <…>
I. Sachverhalt
II. Risikoindikatoren (Tatsachen, keine Wertungen)
III. Subsumtion § 43 I GwG (Meldeschwelle)
IV. Sondervorschrift § 43 II GwG (Berufsgeheimnis)? — nur bei RAe/StB/Notaren
V. Unverzüglichkeit § 43 I — Begründung der Frist
VI. Stillhaltepflicht § 46 — laufende Transaktion?
VII. Tippoff-Verbot § 47 — interne Kommunikationsregeln
VIII. Risikoeinstufung
🟢 / 🟡 / 🔴
IX. Quellenverzeichnis
goAML-Meldetext (Tatsachen, keine rechtliche Subsumtion):
MELDUNG NACH § 43 GwG
1. Meldender Verpflichteter
- Firma, Anschrift, GwG-Verpflichteten-Typ
- meldende Person (Geldwäschebeauftragter)
2. Beteiligte
- Vertragspartner (Identifizierungsdaten)
- wirtschaftlich Berechtigter
- sonstige Beteiligte
3. Sachverhalt
<Tatsachenschilderung — Datum, Uhrzeit, Vorgang, Beträge>
4. Auffälligkeiten und Risikoindikatoren
<FIU-Indikatorenkatalog-Verweis, soweit anwendbar>
5. Bisherige KYC-Erkenntnisse
<Sorgfaltspflichtniveau, Transparenzregister, frühere Vorgänge>
6. Anlagen
<Belege, KYC-Dokumentation, Transaktionsauszüge>
III. Subsumtion § 43 I GwG
Die Mandantin bietet die Anzahlung in Höhe von 80.000 EUR in bar an. Bargeldzahlungen oberhalb der typischen Branchenschwellen sind nach dem FIU-Indikatorenkatalog für den Immobiliensektor regelmäßig auffällig; verstärkt wird das Indiz dadurch, dass der Käufer über eine zwischengeschaltete Briefkastenkonstruktion in einem Offshore-Zentrum agiert (Hochrisikohinweis nach § 15 III Nr. 3 GwG, komplexe Struktur). Diese Tatsachen lassen objektiv den Schluss zu, dass die Mittel aus einer Vortat iSv § 261 StGB herrühren könnten; die Schwelle des § 43 I GwG („Tatsachen, die darauf hindeuten") ist damit erreicht. Eine über den Anfangsverdacht des § 152 II StPO hinausgehende Konkretisierung ist nicht erforderlich (vgl. FIU-AuA, Allgemeiner Teil; Herzog, GwG, § 43 Rn. 10 ff.
[unverifiziert]). Die Sondervorschrift § 43 II GwG greift nicht: Notare sind zwar Berufsgeheimnisträger, die Vorschrift sperrt die Meldepflicht aber nicht bei Geldwäscheverdacht im Rahmen einer Beurkundungstätigkeit nach § 2 I Nr. 10 lit. b GwG (sondern primär bei Rechtsberatung); zudem deutet die Konstellation auf wissentliche Inanspruchnahme zu GW-Zwecken hin (§ 43 II 2 GwG), was die Sperrwirkung ohnehin aufhebt. Empfehlung: unverzügliche Meldung über goAML; Stillhaltefrist § 46 GwG beachten (Beurkundungstermin verschieben); striktes Tippoff-Verbot § 47 GwG.
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